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Ziel einer RBE Plus Benchmarking-Analyse ist das Aufzeigen von eventuellen Schwachstellen und Verbesserungspotenzialen im Betrieb von SAP-Systemen durch Vergleich mit den anderen SAP-Systemen. Der Benchmarkingansatz mit RBE Plus basiert auf der bereits bekannten RBE Plus-Analyse und bietet im Gegensatz zu klassischen Benchmarking-Projekten eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, sich mit einer geeigneten Gruppe von Unternehmen (Panel) in Bezug auf bestimmte Kennzahlen zur Konfiguration und Nutzung eines SAP-Systems zu messen.
Die Kennzahlen für RBE Plus Benchmarking werden im Rahmen einer RBE Plus-Analyse ermittelt, indem dem Kunden ein ABAP-Programm zur Extraktion der relevanten Daten aus dem SAP-System zur Verfügung gestellt wird. Den so ermittelten Kennzahlen werden korrespondierende Durchschnittswerte einer geeigneten Grundgesamtheit (Panel) gegenübergestellt. Diese werden in der KPI Library – einer Datenbasis, die anonymisierte Kennzahlen der über 500 analysierten SAP Mandanten enthält – vorgehalten.
Zum Benchmark der eigenen Kennzahlen kann eine individuelle Grundgesamtheit definiert werden. Anhand unternehmensbezogener Kriterien (Branche, Region) sowie systembezogener Aspekte, wie Anwenderzahl oder Funktionsumfang, werden aus der KPI Library die geeigneten Projekte selektiert und bilden ein maßgeschneidertes Vergleichspanel. Zur Einschätzung der eigenen Kennzahlen werden neben dem Durchschnittswert auch die Minimum- und Maximumwerte aus der zu Grunde gelegten Gesamtheit gegenübergestellt.
RBE Plus Benchmarking ermittelt aktuell 25 KPIs zu den Themen Kosten, Systemnutzung und Qualität.
Unter der Kategorie Kosten werden Kennzahlen ermittelt, die direkte Auswirkung auf die laufenden Kosten von SAP-Systemen haben. Schwerpunkt in dieser Kategorie bildet die Betrachtung von Eigenentwicklungen, die einerseits höhere Produktivität haben, aber andererseits hohe Entwicklungs- und Wartungskosten nach sich ziehen. Neben existierenden individuellen Transaktionen und Reports werden Modifikationen, Erweiterungen und Schnittstellen untersucht und deren Anzahl und die Nutzungsintensität mit den Werten aus dem Panel verglichen. Die zentrale Erkenntnis aus dem Vergleich ist, ob „mein“ System eine über- oder unterdurchschnittliche Kosteneffizienz aufweist. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil an selten genutzten individuellen Entwicklungen ist z.B. ein Indiz für schlechte Kosteneffizienz.
Im Bereich Systemnutzung wird analysiert, wie gut der verfügbare Funktionsumfang eingesetzt wird. Die Produktivität einer Standardsoftware ist i.d.R. dann am Höchsten, wenn der Standard bestmöglich genutzt wird. Der Standardisierungsgrad beschreibt den Anteil der Standardtransaktionen an den genutzten Transaktionen und gibt im Vergleich wertvolle Hinweise auf Möglichkeiten der Intensivierung der Standardnutzung in den einzelnen Fachbereichen. Darüber hinaus stehen auch Nutzungsintensität (Anzahl der Transaktionsaufrufe) und Nutzungsbreite (Anzahl unterschiedlicher Transaktionen) bezogen auf die Anwender und Fachbereiche im Mittelpunkt der Betrachtung. Die zentrale Fragenstellung lautet hier, weist „mein“ System eine über- oder unterdurchschnittliche Nutzungsintensität und –breite auf. Überdurchschnittlicher Anzahl von sporadischen Usern oder unterdurchschnittliche Nutzungsbreite in ausgewählten Bereichen sind in Bezug auf die Nutzungseffektivität kontradiktorisch.
In dieser Kategorie werden qualitative Aspekte in Bezug auf SAP-Systeme und ihre Nutzung zusammengefasst. Ein Schwerpunkt liegt in der Analyse des Risikos von Datenmissbrauch durch Anwender. Kennzahlen hierzu ermitteln umfassende Berechtigungen sowie Aufrufe kritisch einzustufender Transaktionen. Weiterhin wird die Systemstabilität (z.B. monatliche Laufzeitfehler) und -performance (Antwortzeiten von Transaktionen) analysiert. Über Transaktionsnutzungsprofile wird schließlich untersucht, von wie vielen unterschiedlichen Anwendern Transaktionen genutzt werden, um das Risiko bei Ausfall eines Mitarbeiters einschätzen zu können. Aus Vergleich mit den Benchmarks können Handlungsbedarfe und deren Dringlichkeit in Bezug auf die Qualitätssteigerung abgeleitet werden.
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